Sonntag, Oktober 23, 2005

Nicht gerade der Jackpot.

Wie sie dasitzt, mit angezogenen Beinen.
Schlimmer:
Wie sie vorm Spiegel steht, nackt - oder fast,
und man ihr von der Stirn ablesen kann, was sie denkt.
Und wie sie es manchmal sogar ausspricht.
Damit ihr Spiegelbild es nicht vergisst.
Wie klein sie sich machen kann,
Embryo mit riesigem Gehirn.
Wie ihre Gefühlswelt hängengeblieben ist, irgendwo auf dem Stand einer Dreijährigen.
Wie sie nie drüber wegkommt, zu denken, dass Abwesenheit das Gegenteil von Liebe sein muss.
Wie sie sich gegen sich sträubt.
Wie sie sein will - der Topf voll Gold am Ende des Regenbogens,
wie sie ist - nicht grade der Jackpot.
Wie sie solange den Aufstand probt,
ohne aufzustehn,
bis keiner sie mehr ernst nimmt.
Wie träge sie ist in den Minuten zwischen den Stunden, den Stunden zwischen den Tagen,
wie sie alles an sich vorbeigehn lässt.
Wie sie sich in den Mittelpunkt drängt.
Wie sie sich inszeniert.
Wie sie ein Trauerspiel aus sich macht, oder eine lächerliche Tragödie,
oder ein Musical von Andrew Lloyd Webber.
Kitsch.
Wie wenig sie sich kennt.
Wie sie über sich nachdenkt, wie sie sich beobachtet, im Spiegel, im Kopf,
wie sie denkt,

wenn ich mich kennenlernen würde,
ich würde denken... was für ein furchtbarer Mensch!
Oder zumindest... nicht grade der Jackpot.



Talked so much
I bored myself to death
and the more I talk
the more I turn into a vegetable
GOD I'm SUCH a FOOL. -dEUS-